Montag, 31. Januar 2011

Weihnachten in Puerto Varas


Es ist unser erstes Weihnachtsfest fern der Heimat und schon die Zeit davor erleben wir völlig anders als wir es von Österreich kennen. Weihnachtsstimmung will sich nicht so recht einstellen, was bei Temperaturen von fast 30 Grad (zumindest bei Sonnenschein) sicherlich für viele Europäer nachvollziehbar ist.  Die Leute strömen aus der ganzen Umgebung nach Puerto Varas, um dort am kilometerlangen Strand Ihre Freizeit zu verbringen. An schönen Wochenenden tummeln sich so viele Leute, daß man nach freien Liegeplätzen regelrecht Ausschau halten muß. Was auffällt: Nur wenige sind im Wasser. Denn der See mit seiner Fläche von etwa 870 km² (vgl. Bodensee: ca. 536 km²) mag sich trotz intensiver Sonnenstrahlung auch im Sommer nicht so richtig aufwärmen. Die Höchsttemperaturen des Lago Llanquihue liegen bei weniger als 17°C.
Weiters würde ich mal behaupten, daß Vieles was hierzulande als Weihnachtsdekoration angeboten wird, in Europa von den meisten Leuten als „kitschig“ bezeichnet werden würde.  Ein chilenischer 0815 Christbaum würde in etwa folgende Eigenschaften aufweisen: Material – Plastik, Dekoration – Plastikkugeln und Plastikschmuck in allen Formen und Farben, Beleuchtung – blinkend von rot über gelb, grün bis blau. Und wer einen mit Lautsprechern ausgestatteten Christbaum sein Eigen nennen darf, der kann schon was auf sich halten, wie Don Oscar, der mir sobald er alle Installationen am Baum durchgeführt hatte, ganz stolz das Wunderwerk vorführte und mit leuchtenden Augen das „Piepsen“ seines Christbaums vorführte.

Christbäume und Weihnachtsmänner vor der Kirche in Puerto Varas

Sonntag, 30. Januar 2011

Wir mieten ein Haus in Chile


Glücklicherweise konnten wir die ersten Wochen in der Hosteria meines Vaters übernachten. Das verschaffte uns genügend Zeit um nach einem geeigneten Mietobjekt zu suchen. Aufgrund der relativ günstigen Mietpreise hier, war schnell klar, daß wir ein Haus samt Grund etwas außerhalb von Puerto Varas mieten möchten.

Es kostete uns viele Telefonate und viel Recherche im Internet, bis wir auf ein Objekt gestoßen sind, dessen Größe und dessen Preis für uns geeignet zu sein schien. Also vereinbarten wir einen Termin zur Besichtigung des Objekts. Das Treffen mit dem Makler sollte um 14:00 des folgenden Tages stattfinden. Und dann passierte, was wir eigentlich auch erwarteten. Am nächsten Tag um 14:15 war immer noch niemand am vereinbarten Treffpunkt aufgetaucht, denn der chilenische Begriff von Zeit ist nun mal sehr dehnbar. Nach unzähligen Telefonaten mit der Immobilienagentur wurde uns letzten Endes mitgeteilt, daß der Makler sein Handy abgeschaltet hat und nicht erreichbar sei! Wir könnten das Haus aber zumindest von Außen besichtigen. Besser als Nichts!
In den folgenden Tagen besichtigten wir noch viele weitere Häuser, doch damit uns so etwas nicht noch einmal passiert, ließen wir uns ab nun von der Hosteria abholen, was die Sache wesentlich vereinfachte.

Als wir uns dann nach einigen Überlegungen für ein bestimmtes Haus entschieden hatten, folgte die nächste Überraschung. Ich rufe beim Makler an und teile diesem mit, daß ich das besichtigte Haus nun gerne zum angegebenen Preis mieten möchte. Der Makler schien zunächst darüber erfreut und sagte, daß er alles weitere mit dem Eigentümer vereinbaren müsse, und mich dann später zurückrufen werde. Der besagte Anruf kam aber nicht, also rief ich am nächsten Tag abermals an. Nun erklärte man mir, daß das Haus nicht mehr zu mieten sei, ich dieses aber um 65 Millionen Pesos (ca. 100.000 EUR) nun kaufen könne. Interessant, aber "Nein danke!"
Wie ich heute aus diversen Erzählungen Anderer weiß, ist das was uns passierte, keine Ausnahme. Es ist hier in Chile nun mal alles etwas anders und was heute noch schwarz ist, kann morgen schon weiß sein. Damit muss man sich abfinden!

Natürlich hat die Geschichte ein gutes Ende und heute sind wir froh, daß alles anders kam. Wir leben nun auf einer Parcela mit 5000 m² Grund (kleinste Grundstücksgröße in Chile) in einem etwa 140 m²  großen Haus etwas außerhalb von Puerto Varas. Das Grundstück ist bewaldet und das Holzhaus wurde mit viel Liebe gebaut, was man sofort merkt, wenn man das Haus betritt. Außerdem haben wir mit Carlos, unserem Vermieter, einen sehr guten Freund gefunden! Doch das ist eine andere Geschichte.


Unser neues Zuhause in Chile



Unser Wohnzimmer

Donnerstag, 20. Januar 2011

Auswandern nach Chile

Eine uns häufig gestellte Frage lautet: "Warum seid Ihr ausgerechnet nach Chile gegangen?" In wenigen Worten ließe sich diese Frage in etwa so beantworten:


Außerdem bin ich in der glücklichen Lage, dass mein Vater bereits seit etwa sieben Jahren in Puerto Varas lebt und hier die Hosteria Outsider besitzt. Somit sind uns für den Aufbau einer eigenen kleinen "Agencia de Turismo" schonmal die Weichen gestellt.
Mit diesem Blog wollen wir nun einerseits über Freud und Leid des Auswanders und andererseits über die Landschaft, Kultur und Politik unserer neuen Wahlheimat CHILE berichten. Wir hoffen mit unserem Blog einige Leser für das Land begeistern zu können. Vielleicht werden Sie bei Ihrer nächsten Urlaubsplanung an uns denken und vielleicht sehen wir uns schon bald bei einem unserer Abenteurtrips durch den Süden Chiles oder bei einem Ausflug in einen der zahlreichen Nationalparks Chiles. Bis bald!