Sonntag, 27. März 2011

Finger weg vom Chilelachs

Heute möchte ich etwas über Lachs schreiben, denn Chile gilt als zweitgrößter Lachsexporteur der Welt, obwohl der "König der Fische" hierzulande nicht einmal heimisch ist. Aber aufgrund der geographischen Begebenheiten des Landes, seiner Fjorde und riesigen Seen - wie etwa dem Lago Llanquihue - bietet sich die Region speziell für die Zucht, dem sogenannten Aquafarming an. In unzähligen Lachsfarmen vor der Küste Chiles sowie in vielen Seen finden sich die Lachsfarmen, welche zumeist von europäischen, vor allem norwegischen Unternehmen, betrieben werden, um die unbegrenze Gier des Menschen nach Lachs und Profit zu befriedigen. Doch zu welchem Preis?
Denn unter den Mastkäfigen der Farmen türmen sich bereits Berge von Kot und Futterabfällen, aus denen Schadstoffe quellen, während die Lachse darüber in den viel zu eng besetzten Anlagen Krankheiten anheimfallen. Zwei Mal am Tag müssen ihnen daher Medikamente wie Antibiotika, Pestizide und Stärkemittel verabreicht werden! Die Menge der verabreichten chemischen Zusätze beläuft sich dabei in Chile auf das 500fache! dessen, was in Norwegen beigemengt wird.
Es ist fraglich, wie lange die chilenische Seen- und Fjordlandschaft dieser Belastung noch Stand halten kann, denn ein Großteil der Stoffe gelangt in den natürlichen Kreislauf und belastet das Ökosystem auf noch unbekannte Weise. Man muss sich vorstellen, dass nur eine einzige Lachsfarm, soviel Kot produziert, wie eine Stadt mit 10.000 Einwohnern. Der Fischkot ist allerdings vergiftet! Es ist fraglich, ob man in 20 Jahren noch unbedenklich im Wasser des Lago Llanquihue baden gehen kann. Ganz abgesehen von diesen ökologischen Aspekten, sollten wir uns fragen, ob denn der Verzehr von derart belastetem Lachs überhaupt noch gesund sein kann. Meine Empfehlung also für alle Chilereisenden: "Finger weg vom Lachs aus Chile!"

Lachsfarm im Fjord Reloncaví

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